II. Internationale Paris 1889


Während des Internationalen Arbeiterkongresses vom 14. bis 21. Juli 1889 in Paris wurde auch die 2. Internationale gegründet. Die an internen Zerwürfnissen zerbrochene 1. Internationale von Karl Marx im Jahre 1864 lebte nach seinem Tod mit diesem Kongress wieder auf.
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In Erinnerung an den Sturm auf die Bastille,

genau 100 Jahre zuvor, kamen die knapp 400 Delegierten aus 20 Ländern zusammen um über Arbeitsschutzmaßnahmen, die Lage der ArbeiterInnen in den verschiedenen Ländern und die Abschaffung deren Armeen zu beratschlagen. Mit Wilhelm Liebknecht, Clara Zetkin und August Bebel kamen aus Deutschland insgesamt 81 Delegierte, was angesichts der dort herrschenden „Bismarckschen“ Sozialistengesetze an ein Wunder grenzte.

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Zum Abschluss der Konferenz

stimmen die Delegierten über die verschiedenen eingebrachten Anträge ab. Darunter auch der Antrag des Franzosen Raymond Felix Lavigne:

"Es ist für einen bestimmten Zeitpunkt eine große internationale Manifestation zu organisieren, und zwar dergestalt, dass gleichzeitig in allen Städten an einem bestimmten Tage die Arbeiter an die öffentlichen Gewalten die Forderung richten, den Arbeitstag auf acht Stunden festzusetzen .... In Anbetracht der Tatsache, dass eine solche Kundgebung bereits von dem amerikanischen Arbeiterbund ... für den 1. Mai 1890 beschlossen worden ist, wird dieser Zeitpunkt als Tag der internationalen Kundgebung angenommen."

Wie dem Wortlaut zu entnehmen ist war ursprünglich geplant, dass diese internationale Manifestation einmalig im darauffolgenden Jahr durchgeführt werden sollte. Der angenommene Antrag wurde dann aber zum Selbstläufer.

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